
Durbans ikonisches Streetfood: ein ausgehoehlter Weissbrotlaib, gefuellt mit scharfem Lamm- oder Bohnencurry. Mit den Haenden gegessen, niemals mit Besteck.
Bunny Chow â oder fuer Einheimische einfach 'a bunny' â ist das charakteristische Streetfood von Durban, Suedafrika, und eine der grossen Fusionspeisen der Welt. Eine halbe Scheibe Weissbrot wird ausgehoehlt, das weiche Innere ('Virgin') beiseitegelegt und der Hohlraum bis zum Ueberlaufen mit einem scharfen Durban-Stil Lamm-, Hammel- oder Zuckerbohrencurry gefuellt. Man isst es im Stehen, reisst Stuecke des mit Sosse getraenkten Brotes ab, um das Curry aufzuloeffeln, und beendet es mit dem Virgin-Brotzapfen am Ende. Das Curry selbst ist unverkennbar Durban-indisch: dick, oelig, feurig von Chili, durchzogen von Garam Masala und Curryblaetern, mit Kartoffeln, die in der Sosse zerfallen sind. Es ist eine der befriedigendsten Mahlzeiten, die man mit zwei Haenden und null Zeremoniell essen kann.
Dient 4
Oel in einem schweren Topf erhitzen. Lamm portionsweise kraeftig anbraten, 4 Minuten pro Portion. Herausnehmen.
Hitze reduzieren. Zwiebeln 10 Minuten tief goldbraun duensten â diese Tiefe macht ein gutes Durban-Curry aus. Knoblauch, Ingwer, Chilis, Zimt, Kardamom und Sternanis zugeben; 2 Minuten mitgaren.
Masala, Kurkuma, Kreuzkuemmel und Koriander zugeben. 90 Sekunden ruehren, bis intensiv duftend und das Oel sich orange am Rand absetzt.
Wenn das Masala das Oel nicht verfaerbt, schmeckt das Curry roh â eine volle Minute und eine halbe in Bewegung halten.
Tomatenmark einruehren; 2 Minuten braten. Geriebene Tomaten zugeben; 6â8 Minuten kochen, bis dicklich und jammy und das Oel sich wieder an den Raendern absetzt.
Lamm zurueckgeben. Curryblaetter, Wasser, Salz zugeben. Aufkochen lassen, abdecken, 60 Minuten koechen.
Kartoffeln unterruehren. Unbedeckt 25â30 Minuten koechen, bis die Kartoffeln weich und das Curry dick, oelig und am Fleisch haftet.
Jeden Laib halbieren. Jede Haelfte aushoehlen und dabei eine 2 cm dicke Wand stehen lassen. Den Brotzapfen ('Virgin') aufbewahren.
Heisses Curry in jede Brothoehlung geben, leicht ueberfuellen. Den Virgin-Zapfen obenauf oder daneben legen.
Den Virgin in Stuecke reissen, um das Curry aufzuloeffeln. Die mit Sosse getraenkten Waende zuletzt essen, da das Curry sie tief durchdrungen hat. Keine Gabel erlaubt.
Ein stabiles, weiches Toastbrot verwenden â rustikale Krustebroete nehmen die Sosse nicht richtig auf und sind zu hart zum Einreissen.
Durban-Masala (Marke Pakco oder Mother-in-Law) ist die passende Gewuerzmischung. Madras-Currypulver ist der naechste Ersatz; um 25 % reduzieren, da es schaerfer ist.
Das Curry muss dick genug sein, dass ein Loeffel darin stehen bleibt â fluessiges Curry laeuft aus dem Laib heraus. Falls noetig unbedeckt einreduzieren.
Bohnen-Bunny: Zuckerbohnen oder rote Kidneybohnen statt Lamm â ebenso traditionell und vollstaendig vegetarisch.
Haehnchen-Bunny: knochengebundene Haehnchenoberschenkel verwenden; Schmorzheit auf 35 Minuten reduzieren.
Halbe vs. viertel Portion: ein 'Viertel' ist eine kleinere Brotportion fuer eine Person; eine 'Haelfte' (hier verwendet) reicht fuer zwei Hungrige oder einen Ausgehungerten.
Curry bis zu 3 Tage im Voraus zubereiten â es wird besser. Den Bunny erst kurz vor dem Essen zusammenstellen, sonst wird das Brot matschig. Gefuellte Bunnies nicht laenger als 2 Stunden kuehl stellen.
Bunny Chow entstand in den 1940er Jahren in Durbans indischer Gemeinschaft, als Arbeiter ein tragbares Mittagessen brauchten, das mit den Haenden gegessen werden konnte. Der Name 'Bunny' leitet sich von den Banias (indischen Kaufleuten) ab, die sie zuerst verkauften, nicht vom Tier.
Der Name stammt von 'Bania', einer Bezeichnung fuer indische Kaufleute im kolonialen Durban, die in den 1940er Jahren zuerst curry-gefuelltes Brot an Arbeiter verkauften. Es hat nichts mit Hasen zu tun.
Durban-Masala ist eine chilibetonende suedafrikanisch-indische Gewuerzmischung, trockener und schaerfer als typisches Garam Masala, mit Paprika, Cayennepfeffer, Kreuzkuemmel, Koriander, Fenchel und Kurkuma. Marke Pakco ist der Standard.
Man kann, aber Durbaner betrachten es als Haeresie. Der Sinn ist das Ess-Ritual: den Brotzapfen einreissen, aufloeffeln und mit den sossenduraenkÂten Waenden beenden. Besteck nimmt dem Gericht seine Seele.
Bunny Chow ist Curry in einem ausgehohlten Brotlaib; Kothu Paratha ist gehacktes Fladenbrot, mit Curry angebrÂaten. Verschiedene Formate, aehnliches tamilisch-diasporisches Erbe.
Pro Portion (540g) · 4 Portionen insgesamt
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