
Bengalens karamellisierter Joghurt im Tontopf — über Nacht aus reduzierter Milch und Palmjaggery gereift, kühl und bernsteinfarben mit einem Löffel gegessen.
Mishti Doi ist bengalisches Genie in einem Tonbecher verdichtet. Milch wird geduldig mit Palmjaggery (im Winter Nolen Gur, sonst Dattel- oder Rohrzuckerjaggery) eingekocht, bis sie die Farbe von blassem Bernstein annimmt, dann auf Handwärme abgekühlt, mit einem Löffel lebenden Joghurts vermischt und in poröse Tontöpfe gegossen, um über Nacht an einem warmen Ort zu reifen. Der Ton entzieht Feuchtigkeit, die Bakterien tun ihre Arbeit, und am Morgen ist der Joghurt fest genug, um einen Löffelabdruck zu halten, süß aber säuerlich und gekrönt von diesem besonderen nussigen Karamell, den nur Jaggery liefert. In ganz Kolkata stellen Süßwarenläden Reihen dieser vier Töpfe hoch gestapelten Behälter aus; zu Hause funktionieren Auflaufförmchen fast genauso gut. Er ist die Königin der bengalischen Nachspeisen und der perfekte Abschluss einer schweren Fisch-und-Reis-Mahlzeit.
Dient 6
Milch in einen schweren Topf gießen. Zum Kochen bringen, dann auf gleichmäßiges Köcheln reduzieren. Alle paar Minuten umrühren, den Boden abschaben, bis die Milch um etwa ein Drittel reduziert ist — etwa 35 Minuten. Die Milch sollte leicht cremig und gelblich aussehen.
Während die Milch einkocht, weißen Zucker in einer kleinen trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze ohne Rühren schmelzen, gelegentlich schwenken, bis ein tiefer Bernsteinkaramell entsteht.
Genau beobachten — Karamell wechselt in 15 Sekunden von Bernstein zu verbrannt.
Den heißen Karamell in einem dünnen Strahl in die eingekochte Milch gießen, dabei ständig rühren. Es spritzt, löst sich dann auf. Palmjaggery hinzufügen und rühren, bis vollständig geschmolzen.
Die Mischung durch ein feines Sieb gießen, um Jaggery-Sediment zu entfernen. Auf Körpertemperatur abkühlen (37–40 °C) — warm am Handgelenk, aber nicht heiß.
Lebenden Joghurt in einer kleinen Schüssel glatt rühren, dann in die abgekühlte Milch einrühren. Eine Prise Kardamom hinzufügen, falls verwendet.
Auf 6 Tontöpfe oder Auflaufförmchen verteilen. Locker mit einem Teller oder Musselin abdecken.
An einem warmen Ort stellen — in einem nicht eingeschalteten Backofen mit eingeschalteter Lampe oder in ein dickes Tuch gewickelt — 8–10 Stunden, bis er bei leichtem Kippen fest ist.
Mindestens 4 Stunden kühlen, bevor serviert wird, damit der Joghurt vollständig fest wird und der Karamellgeschmack sich vertieft.
Nicht homogenisierte Milch ergibt spürbar cremigeren Joghurt — Reformhäuser verkaufen sie als Vorzugsmilch.
Das Verfallsdatum des lebenden Joghurts sorgfältig prüfen; alter Joghurt mit schwachen Kulturen setzt den Doi nicht richtig.
Unglasierte Tontöpfe sind traditionell und saugen Molke auf für eine festere Textur; keramische Auflaufförmchen funktionieren, ergeben aber leicht lockereren Doi.
Wenn kein Nolen Gur vorhanden ist, ergibt dunkler Dattelsirup gemischt mit braunem Zucker einen annehmbaren Ersatz.
2 EL gesüßte Kondensmilch für einen noch reichhaltigeren Kolkata-Süßwaren-Stil hinzufügen.
Safran-Mishti-Doi: 10 Safranfäden in 1 EL heißer Milch aufgießen und vor dem Reifen einrühren.
Moderne Cafés belegen ihn mit gehobelten Pistazien und essbarem Silberblatt (Varak).
Bis zu 5 Tage kühlen. Der Geschmack verbessert sich am 2. Tag, wenn der Karamell sich vertieft. Nicht einfrieren — die Textur bricht irreparabel.
Mishti Doi entstand im späten 19. Jahrhundert in Bogura (heute Bangladesch) und verbreitete sich durch bengalische Süßwarenläden in Kolkata, wo er ikonisch wurde. Die Verwendung von Nolen Gur (frischer Winter-Dattelpalmen-Jaggery) ist in bengalischen kulinarischen Schriften aus dem 19. Jahrhundert belegt und bleibt die saisonale Premiumvariante.
Häufigste Ursache: die Milch war zu heiß beim Hinzufügen der Kulturen und hat die Bakterien abgetötet. Die Mischung muss auf lauwarm (37–40 °C) abkühlen. Die zweite Ursache ist schwacher oder abgelaufener Startjoghurt.
Ja — braunen Zucker plus 1 Esslöffel Dattelsirup für Karamelltiefe ersetzen. Der Geschmack wird nicht authentisch sein, aber die Technik funktioniert.
Poröser Ton entzieht dem Joghurt Feuchtigkeit und gibt ihm ein dichteres, löffelfreundlicheres Gefüge und verleiht ein feines erdiges Aroma. Keramische oder Glasförmchen funktionieren — der Joghurt bleibt nur etwas feuchter.
Pro Portion (180g) · 6 Portionen insgesamt
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