
Zarte, unregelmäßig geformte deutsche Eiknödel – das ultimative Wohlfühl-Beilagengericht aus Baden-Württemberg. Gebuttert mit karamellisierten Zwiebeln servieren oder überbacken als Käsespätzle.
Spätzle sind Deutschlands Antwort auf frische Pasta – rustikale, weiche, unregelmäßige kleine Eiernudeln aus einem feuchten Teig, der durch ein Sieb oder einen Spätzlemacher in kochendes Wasser gedrückt wird. Im Gegensatz zu Pasta werden sie nicht dünn ausgerollt; der Teig tropft oder wird durch Löcher geschabt, was die charakteristische raue, pockennarbige Oberfläche erzeugt, die so gut an Butter und Sauce haftet. Sie sind die quintessentielle Beilage der südwestdeutschen und österreichischen Küche – serviert mit Linsen, Braten, Sauerbraten oder überbacken mit Käse zum herrlichen Käsespätzle. Spätzle zu Hause zu machen ist weit einfacher als ihr beeindruckendes Aussehen vermuten lässt.
Dient 4
Mehl und Salz in einer großen Schüssel verquirlen. Eine Mulde in der Mitte formen. Eier, Milch und Wasser hinzufügen. Mit einem Holzlöffel zu einem glatten, dicken Teig rühren – dicker als Pfannkuchenteig, sollte in dicken Bändern vom Löffel fallen. Muskatnuss hinzufügen und durchmischen. Den Teig 10 Minuten ruhen lassen.
Der Teig sollte dick genug sein, um kurz seine Form zu halten, bevor er zusammenfällt. Wenn zu dünn, mehr Mehl hinzufügen. Wenn zu dick, einen Schuss mehr Milch.
Zwiebelscheiben in Öl bei mittlerer bis niedriger Hitze 20–25 Minuten unter gelegentlichem Rühren braten, bis sie tief golden und süß sind. Mit Salz würzen. Beiseite stellen – das ist das unverzichtbare Topping für traditionelle Spätzle.
Einen großen Topf gut gesalzenes Wasser zum Kochen bringen. Ein Sieb mit großen Löchern, einen Spätzlemacher oder eine flache Käsereibe über den Topf halten. Portionsweise den Teig mit einem Schaber oder Spatel durch die Löcher drücken. Alternativ kleine Teigstücke von einem nassen Brett direkt ins Wasser schaben.
Hände und Werkzeuge anfeuchten – der Teig ist klebrig. Ein Sieb mit 5-mm-Löchern ist ideal; wenn die Löcher zu klein sind, werden die Spätzle zu dünn und zerfallen.
Wenn die Spätzle schwimmen (1–2 Minuten), mit einem Schaumlöffel herausschöpfen und in eine Schüssel mit der Butter geben. Sofort wenden, um sie zu überziehen. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Schnell arbeiten – Spätzle kleben ohne Butter schlecht zusammen.
Zum einfachen Servieren: mit karamellisierten Zwiebeln und optional gebratenen Semmelbröseln garnieren. Für Käsespätzle: gebutterste Spätzle mit geriebenem Käse in einer ofenfesten Form schichten und bei 200°C 15 Minuten backen, bis es sprudelt, dann mit karamellisierten Zwiebeln toppen.
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Ein dedizierter Spätzlemacher (preisgünstig online erhältlich) macht die Arbeit viel sauberer und schneller und ergibt gleichmäßigere Nudeln.
Übrige Spätzle lassen sich wunderbar aufwärmen – in Butter bei hoher Hitze braten, bis die Ränder knusprig werden.
Für reichhaltigere Spätzle 30 ml der Milch durch Sahne ersetzen.
Käsespätzle: die Gratinversion mit Emmentaler, karamellisierten Zwiebeln und knusprigen Zwiebelringen ist eines der großen Wohlfühlgerichte der Alpen.
Kräuterspätzle: 3 EL fein gehackte frische Petersilie oder Schnittlauch in den Teig geben.
Spinatspätzle (Spinatknöpfle): 100g gekochten Spinat in den Teig mixen für grüne Nudeln mit einem subtilen erdigen Geschmack.
Gekochte Spätzle halten sich 3 Tage im Kühlschrank (in Butter gewendet, um ein Ankleben zu verhindern). In einer Pfanne mit Butter aufwärmen. Nicht ideal zum Einfrieren – die Textur wird beim Auftauen wässrig.
Spätzle sind seit dem 17. Jahrhundert in den deutschsprachigen Gebieten Europas dokumentiert. Der Name leitet sich möglicherweise von Spatz (Sperling) ab – einige Theorien vermuten, dass die ursprünglichen Knödel wie kleine Vögel geformt wurden. Das Gericht ist besonders mit Baden-Württemberg, Schwaben und Bayern verbunden, wo es als regionale Spezialität geschützt ist. Jenseits der Grenzen haben Österreich und die Schweiz ihre eigenen Varianten (Knöpfle in der Schweiz, wo sie durch Löcher gedrückt statt geschabt werden). Spätzle waren historisch ein Grundnahrungsmittel der Bauern – einfach, billig und sättigend.
Nein – ein Sieb mit Löchern von etwa 5 mm Durchmesser, eine Kartoffelpresse oder eine Käsereibe mit großen Löchern funktionieren alle gut. Dedizierte Spätzlemacher sind preisgünstig und machen die Aufgabe sauberer, sind aber völlig optional.
Ja – kochen und buttern, dann auf einem Backblech ausbreiten, um ohne Ankleben zu kühlen. Bis zu 3 Tage im Kühlschrank aufbewahren oder direkt in einer Pfanne aufwärmen. Für Käsespätzle das Gericht im Voraus zusammenstellen und bei Bedarf backen.
Knöpfle (Schweizer Deutsch für 'kleiner Knopf') werden aus demselben Teig hergestellt, aber durch kleinere Löcher gedrückt oder feiner geschnitten, was eine rundere, knopfartigere Form ergibt. Sie sind besonders in der Schweiz und in Vorarlberg in Österreich verbreitet.
Pro Portion (300g) · 4 Portionen insgesamt
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